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Doppelmord an Schule: Erzieher wollte Schülerin retten – und starb mit ihr

Doppelmord an Schule: Erzieher wollte Schülerin retten – und starb mit ihr
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Gosen-Neu Zittau (Brandenburg) – Es ist die Geschichte einer unfassbaren Bluttat und eines mutigen Helden, der alles gab, um ein Leben zu retten. Erzieher Phillip P. (30) sah, wie Schülerin Anna-Lena (18) auf dem Schulhof attackiert wurde. Er zögerte keine Sekunde – und bezahlte seinen Mut mit dem eigenen Leben. Zwei Menschen, ermordet von Mika S. (19).

Die schrecklichen Szenen spielten sich vor den Augen einer Kollegin von Philip P. ab. Erzieherin Petra Alves (64) arbeitet seit fünf Jahren an der Schule in Gosen-Neu Zittau (Brandenburg). „Gegen 13.15 Uhr hörten wir schreckliche Schreie vom Schulhof“, so Alves zu BILD. Sie stand gerade in einem Klassenraum. „Ich bin zum Fenster und habe gesehen, wie der Täter zugestochen hat. Immer wieder. Er hat bestimmt 20-mal auf sie eingestochen. Er war nicht mehr Herr seiner Sinne.“

Der Streit begann schon an der Bushaltestelle

Am frühen Donnerstagnachmittag hatte der 19-jährige Mika S. eine 18-jährige Schülerin auf dem Schulgelände mit einem Messer angegriffen. Er soll der Ex-Freund von Anna-Lena gewesen sein. Vor der Messer-Attacke hätten sich die beiden schon an einer Bushaltestelle vor der Schule gestritten, schildert ein Schüler, der später ebenfalls Zeuge der Bluttat wurde.

Als er die beiden das nächste Mal sah, war es schon zu spät. „Sie lag schon am Boden. Es war sehr viel Blut zu sehen“, so der Siebtklässler. Während ein Mädchen schrie, seien andere Kinder davongerannt. Auch er selbst flüchtete ins Gebäude. „Keiner wusste Bescheid.“

Er drückte sie und lachte hysterisch

Von ihrem Fenster aus hatte Erzieherin Petra Alves keine Chance, einzugreifen. Sie hörte die Schreie, die Warnung: „Das ist ein Amoklauf, bringt die Kinder in Sicherheit.“ Auch sie sah die Schülerin am Boden liegen – der Täter über ihr. „Er kniete und nahm sie in den Arm, drückte sie richtig und lachte hysterisch. Und dann ist Phillip dazwischengegangen“, so Petra Alves.

Phillip P. (30) war ein Erzieher der Schule. Er sei bei allen Kollegen sehr beliebt gewesen, war Torwarttrainer und spielte selbst bei der SG Grün-Weiß Deutsch-Wusterhausen in der Kreisoberliga. Erst vor einem Jahr hatte der Erzieher geheiratet, seine Frau und er wollten Kinder.

Mit einer Schaufel hielten sie den Täter in Schach

Alves: „Dann kam Phillip um die Ecke, rief noch. Der Täter ist aufgestanden und hat sofort zugestochen. Mehr konnten wir nicht sehen. Wir haben dann die Kinder in Sicherheit gebracht, in den Keller.“

Kurz darauf, so beschreibt ein Schüler, seien dann mehrere Lehrer hinter Mika S. hergelaufen. Er sei schließlich von den Lehrern mit einer Schaufel in Schach gehalten worden, bis die Polizei kam.

Phillip P. verstarb noch auf dem Schulgelände, ebenso wie Anna-Lena. Die Notärzte konnten sie nicht retten. Petra Alves: „Er ist ein Held für uns. Er hat sein Leben gegeben, weil er eine Schülerin retten wollte.“ Die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) hat heute U-Haft für Mika S. beantragt. Ihm wird zweifacher Mord vorgeworfen, wie eine Sprecherin der Behörde mitteilte. Er soll Anna-Lena und Phillip P. „unter anderem aus niedrigen Beweggründen getötet“ haben.

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