Hauptnachrichten

Flughafen Nürnberg: Tippfehler löste den Entführungsalarm aus

Flughafen Nürnberg: Tippfehler löste den Entführungsalarm aus
TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen

Nürnberg (Bayern) – Eigentlich sollte es ein ganz normaler Flug werden. Doch plötzlich fiel das Funkgerät aus. Kein Grund zur Panik, die Maschine flog problemlos weiter. Bis auf einmal Kampfjets neben der Boeing auftauchten und sie nicht mehr aus den Augen ließen. Da dämmerte dem Piloten offenbar: Ihm war ein folgenschwerer Fehler unterlaufen.

Am Dienstag war die Boeing 737-800 der türkischen Fluggesellschaft Corendon Airlines auf dem Weg von der griechischen Urlaubsinsel Korfu nach Nürnberg. Während des Fluges streikte das Funkgerät, die Piloten konnten nicht mehr mit der Flugsicherung kommunizieren.

Für solche Fälle gibt es einen eigenen Notfallcode, den Piloten auch ohne Funkkontakt über den sogenannten Transponder senden können. Eigentlich hätte der Pilot nur vier Zahlen eingeben müssen: 7600.

Eine falsche Zahl löste Entführungsalarm aus

Doch auch Piloten können sich vertippen – mit dramatischen Folgen. Statt der 7600 gab der Pilot nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei offenbar 7500 ein. Nur ein Ziffernunterschied, aber eine völlig andere Bedeutung: Der Code 7500 signalisiert eine mögliche Flugzeugentführung!

Weil die Besatzung nicht erreichbar war, mussten die Behörden vom Schlimmsten ausgehen. Bereits über Kroatien stieg ein Kampfjet auf, auch Österreich alarmierte Abfangjäger. Im deutschen Luftraum übernahmen zwei Eurofighter aus Neuburg an der Donau die Eskorte bis nach Nürnberg.

Flughafen wegen Entführungsalarm abgeriegelt

Währenddessen bereitete sich die Polizei am Boden auf den Ernstfall vor. Gegen Mittag wurde der Flughafen Nürnberg abgeriegelt, zahlreiche Einsatzkräfte standen bereit. Um 12.10 Uhr landete die Boeing sicher. Erst nachdem die Polizei eine Entführung ausgeschlossen hatte, durften die Passagiere das Flugzeug verlassen. Verletzt wurde niemand.

Nach Angaben von Polizeisprecher Michael Petzold bemerkte der Pilot seinen mutmaßlichen Eingabefehler zunächst nicht. Spätestens als ihn die Kampfjets begleiteten, dürfte ihm sein Missgeschick jedoch klar geworden sein.

Gegen den Piloten wird nicht ermittelt. Die Polizei geht von einem Versehen aus.

Vielleicht verpasst