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Mordprozess gegen Mediziner: Arzt soll Sohn vor Augen der Eltern getötet haben

Mordprozess gegen Mediziner: Arzt soll Sohn vor Augen der Eltern getötet haben
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Hannover – Trieb ihn der Wunsch, nicht nur Halbgott in Weiß zu sein, sondern die absolute Macht über Leben und Tod zu haben? Dr. Markus B. (49) soll als Notarzt und Internist der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) Patienten vorsätzlich getötet haben. Seit Freitag wird ihm der Prozess gemacht.

Justizwachtmeister führen den Uni-Mediziner in Handschellen ins Landgericht Hannover. Dr. Markus B. (49) trägt weißes T-Shirt, Jeans, das graue Haar zum Männerdutt gebunden. Er nickt Bekannten und Kollegen im Publikum zu. Nur die zusammengepressten Lippen verraten seine Anspannung. Sie ist berechtigt. Die Anklage lautet immerhin auf Mord und Mordversuch.

Wie BILD exklusiv berichtete, soll er erstmals im Mai 2019 getötet haben. Damals als Notarzt bei einer Demenz-Patientin (82) mit Lungenentzündung gerufen. „Gegen 18.21 Uhr beschloss er, sie nicht ins Krankenhaus zu überweisen, sondern zu töten“, trägt die Staatsanwältin vor.

Verabreichte der Arzt Killer-Medikament?

Dr. B. soll der Frau hochdosierte Schmerz- und Beruhigungsmittel verabreicht haben. Darunter Fentanyl, das als illegale Droge jedes Jahr Zehntausende tötet. Der Arzt soll sich der Wirkung so sicher gewesen sein, dass er der Leitstelle nach einer halben Stunde das Ableben der 82-Jährigen meldete. Tatsächlich lebte sie laut Anklage noch. Erst am nächsten Morgen habe ein Arzt ihren „natürlichen Tod“ bescheinigt. Deshalb geht die Anklage hier von Mordversuch aus.

Dr. B. soll 20-Jährigen vor den Eltern getötet haben

2020 soll Dr. Markus B. laut Anklage bei einem jungen Leukämiepatienten (20) mit dem Narkosemittel Propofol den Sterbeprozess eingeleitet und die Beatmung abgestellt haben. In Anwesenheit der Eltern! Sie sind im Prozess Nebenkläger.

Zuletzt soll der Arzt im März 2025 einen 71-Jährigen mit Propofol umgebracht haben. Der Mann war mit Lungenversagen eingeliefert worden. Spätestens danach erregte das Verhalten des Arztes Aufsehen.

Patienten wären laut Anwälten ohnehin gestorben

Der Angeklagte bestreitet böse Absichten. Sein Verteidiger Jürgen Hoppe: „Die Beweisaufnahme wird ergeben, dass alle drei Patienten am Ende ihres Lebens angekommen sind. Keiner ist durch eine Überdosierung verstorben.“

Die 82-Jährige habe schon im Sterben gelegen, der Krebspatient habe keine Überlebensperspektive gehabt und der 71-Jährige habe nicht mitbekommen sollen, wie er erstickt. Das Urteil ist für September geplant.

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