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Navanethem Pillay: Friedensnobelpreis für Menschenrechte verliehen

Navanethem Pillay: Friedensnobelpreis für Menschenrechte verliehen
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Oslo (Norwegen) – Überraschung in Oslo! Der Nobelpreis geht an Navanethem Pillay (85). Die südafrikanische Juristin half bei der Aufklärung des Völkermords in Ruanda 1994 und kämpfte gegen das Apartheids-Regime in Südafrika.

Navanethem „Navi“ Pillay setzte sich ihr gesamtes Berufsleben für Menschenrechte und die strafrechtliche Verfolgung schwerster Verbrechen ein. Als Anwältin verteidigte sie in Südafrika Gegner des Apartheid-Regimes, später wurde sie Richterin an internationalen Gerichten. Als besonders herausragend gilt ihre Arbeit am UN-Tribunal für Ruanda. Sie arbeitete an Urteilen mit, die Vergewaltigungen erstmals ausdrücklich als Mittel des Völkermords anerkannten. Als UN-Hochkommissarin für Menschenrechte (2008 bis 2014) kritisierte sie Menschenrechtsverletzungen weltweit. Doch Pillay hat auch Kritiker: Ihr wird seit Jahren vorgeworfen, voreingenommen gegen Israel aufzutreten.

Vor der Bekanntgabe des Friedensnobelpreises galten zwei Anti-Kreml-Aktivisten als aussichtsreichste Kandidaten: der ukrainische Kinderrechtsaktivist Mykola Kuleba (54) und die russische Oppositionelle Julia Nawalnaja (50). Kuleba, Gründer und Leiter der Hilfsorganisation „Save Ukraine“, setzt sich seit Jahren für die Rückholung ukrainischer Kinder ein, die nach Russland verschleppt wurden.

Nawalnaja, die Witwe des 2024 in Haft verstorbenen Kremlkritikers Alexej Nawalny (†47), prangert regelmäßig die grassierende Korruption des Putin-Regimes an. Nawalnaja lebt im Exil.

Half bei der Aufklärung des Ruanda-Völkermords

Der Völkermord in Ruanda begann im April 1994 und zählt zu den schlimmsten Verbrechen des 20. Jahrhunderts. Innerhalb von rund 100 Tagen ermordeten extremistische Hutu-Milizen sowie Angehörige von Armee und Regierung schätzungsweise 800 000 Menschen, vor allem Angehörige der Volksgruppe der Tutsi, aber auch gemäßigte Hutu. Zur Aufarbeitung der Verbrechen richteten die Vereinten Nationen das Internationale Straftribunal für Ruanda ein, an dem später auch Navanethem Pillay als Richterin und Präsidentin mitwirkte.

Zur Auswahl standen in diesem Jahr 287 Nominierte, darunter 208 Personen und 79 Organisationen. Der Preis ist mit 1,06 Millionen Euro dotiert.

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