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Prozess: Wärter soll Handys und Drogen in Knast geschmuggelt haben

Prozess: Wärter soll Handys und Drogen in Knast geschmuggelt haben
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Nördlingen – Hat ein JVA-Beamter Handys und Drogen in den Knast geschmuggelt und damit 58.800 Euro kassiert? Vor dem Amtsgericht Nördlingen musste der suspendierte Gefängniswärter Simon R. auf der Anklagebank Platz nehmen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 38-Jährigen Bestechlichkeit, Drogenschmuggel und -handel vor.

R. war Beamter in der JVA Kaisheim (Bayern). Das Gefängnis sorgte mehrfach bundesweit für Schlagzeilen: 2023 wurde eine frühere Wärterin (32) verurteilt, weil sie ein Verhältnis mit einem Häftling hatte und für ihn Handys in die Anstalt schleuste. Auch Susanne B. (38), später stellvertretende Anstaltsleiterin der JVA Gablingen, arbeitete zuvor in Kaisheim. In Gablingen soll sie systematisch die Misshandlung von Gefangenen gedeckt haben.

JVA-Beamter meldete Fall um Liebeswärterin

Im Prozess erklärte R., dass er es war, der den Fall der sogenannten Liebeswärterin gemeldet hatte. Trotzdem soll er sich nach ihrer Verurteilung „in Sicherheit gewähnt“ und später selbst Schmuggel begangen haben.

Die Vorwürfe wiegen schwer. R. soll sechs Handys in die JVA geschleust und dafür 7500 Euro erhalten haben. Außerdem soll er synthetische Cannabinoide beschafft haben. Mit privatem Drogenhandel außerhalb der JVA soll er knapp 40.000 Euro Gewinn gemacht haben. Rund 50 Gramm der Drogen soll er einem Häftling übergeben haben. Der soll damit im Gefängnis gedealt und etwa 37.800 Euro verdient haben. 11.300 Euro davon soll wiederum Simon R. erhalten haben.

Im Prozess bestritt R. die Vorwürfe weitgehend. Er sei von dem Insassen erpresst worden. „Er drohte, dass ich meine Familie nie wiedersehen würde, wenn ich nicht mitmache.“ Zugleich erklärte er, die angeklagten Schmuggelhandlungen nicht begangen zu haben. Das bei ihm sichergestellte Bargeld stamme aus seinem landwirtschaftlichen Nebengewerbe.

Neue Vorwürfe: Es geht um Schmuggel von 100 Handys

Das Gericht verlas jedoch Chats, in denen der Insasse einer Komplizin schrieb: „Kannst Du dem Dicken etwas mitgeben? Zwei kleine und ein großes.“ Gemeint soll Simon R. gewesen sein. Nach Darstellung der Anklage ging es um zwei Mini-Handys und ein Smartphone. Der Häftling soll noch als Zeuge gehört werden.

Mobiltelefone sind in Gefängnissen verboten, weil Häftlinge damit Straftaten begehen können. In Kaisheim war aber laut einem Häftling „der ganze Knast voll mit Handys. Smartphones kosten bis 1500 Euro“. Der Zeuge deutete an, dass R. nicht der einzige Beamte sei, der schmuggle. Auch Drogenhandel sei dort alltäglich. Simon R. sagte dazu: „Ich habe noch nie Drogen genommen. Ich wüsste nicht einmal, wo ich die herbekommen soll. Außer vielleicht in der JVA.“

Der Prozess wird fortgesetzt. R. sieht sich mit weiteren Vorwürfen konfrontiert. Gegen ihn liegt nach BILD-Informationen eine weitere Anklage vor, die im aktuellen Prozess beigezogen wird. Hier geht es um den mutmaßlichen Schmuggel von rund 100 Handys.

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