New York – Vom Himmel auf den knallharten Börsenboden der Realität: Nur rund einen Monat nach dem spektakulären Börsengang ist die Aktie von Elon Musks (55) Weltraumfirma SpaceX unter ihren Ausgabepreis gerutscht. Im US-Handel fiel das Papier am Mittwochmittag auf rund 133 Dollar. Damit notierte die Aktie erstmals unter dem Ausgabepreis von 135 Dollar, den SpaceX im Juni festgelegt hatte. Dabei lief der Start glänzend: Angetrieben von einem Kaufrausch vieler Privatanleger schoss die Aktie zeitweise während eines einzigen Handelstages bis auf 225 Dollar nach oben. Seitdem geht es jedoch steil bergab.
Der Börsengang war mit einem Emissionsvolumen (Gesamtwert oder Gesamtmenge einer neu ausgegebenen Aktie) von 75 Milliarden Dollar der größte aller Zeiten. Musk wurde dadurch sogar zum ersten Menschen mit einem Vermögen von einer Billion Dollar. Am ersten Handelstag hatte die Aktie noch mit einem Plus von gut 19 Prozent bei rund 161 Dollar geschlossen.
Milliardenverluste trotz Mega-Bewertung
Bemerkenswert: Schon zum Ausgabepreis war SpaceX mit 1,77 Billionen Dollar mehr wert als der Facebook-Konzern Meta. Die Geschäftszahlen können diese Bewertung bislang jedoch kaum rechtfertigen.
Im vergangenen Jahr schrieb das Unternehmen einen Verlust von 4,94 Milliarden Dollar – bei einem Umsatz von 18,67 Milliarden Dollar. Anleger setzen damit vor allem auf die Hoffnung, dass SpaceX künftig zu einem der größten Gewinner des KI-Booms wird.
KI aus dem All als Milliarden-Wette
Die Vision des Konzerns: Künstliche Intelligenz soll künftig das wichtigste Geschäft werden – unter anderem mit Rechenzentren im All, die die Energie der Sonne nutzen. Doch Experten sehen erhebliche Risiken. Sie verweisen auf die enormen Aufbaukosten, technische Probleme bei der Kühlung der Anlagen und die Strahlung im All, die empfindliche Computerchips beschädigen kann.
Trotzdem malt SpaceX im Börsenprospekt ein gigantisches Zukunftsbild: Das Unternehmen schätzt den weltweiten Markt für Künstliche Intelligenz inklusive Infrastruktur auf mehr als 26 Billionen Dollar – und führt genau dieses Potenzial als Begründung für seine enorme Börsenbewertung an.