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Zahlenkampf um Deutschlands zweitgrößte Privatbank: Wie viel Commerzbank hat Unicredit wirklich?

Zahlenkampf um Deutschlands zweitgrößte Privatbank: Wie viel Commerzbank hat Unicredit wirklich?
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Frankfurt – Im Übernahme-Poker um die Commerzbank wird es ernst. Die italienische Unicredit meldet, dass sie nach Abschluss des Angebots für die Bank auf 34,35 Prozent kommen könnte. Der Grund: Weitere Commerzbank-Aktionäre haben ihre Aktien in das laufende Übernahmeangebot eingereicht. Zusammen mit den Anteilen, die Unicredit bereits direkt hält, käme Unicredit nach Abschluss des Übernahmeangebots auf mehr als ein Drittel der Commerzbank.

Warum die 30-Prozent-Marke so wichtig ist

Für Unicredit-Chef Andrea Orcel (63) ist vor allem eine Marke entscheidend: 30 Prozent. Wer diese Schwelle überschreitet, muss normalerweise allen Aktionären ein Pflichtangebot machen. Das kann teuer werden. Unicredit geht deshalb einen anderen Weg: Die Italiener haben selbst ein freiwilliges Übernahmeangebot gestartet. Kommen sie darüber auf mehr als 30 Prozent, sparen sie sich ein zusätzliches Pflichtangebot.

Unicredit erklärte, sie habe ihr Ziel erreicht, über 30 Prozent zu kommen, und gewinne damit Spielraum für spätere Zukäufe.

Warum die Rechnung kompliziert ist

Ein Teil gehört der italienischen Großbank bereits. Ein weiterer Teil wurde von Commerzbank-Aktionären in das Übernahmeangebot eingereicht und soll erst später auf Unicredit übergehen. Dazu kommen Finanzgeschäfte auf Commerzbank-Aktien. Diese können Unicredit zwar helfen, sind aber nicht das Gleiche wie Aktien im Depot. Abstimmen kann Unicredit damit nicht automatisch.

Genau darauf verweist die Commerzbank in einer Präsentation, die BILD vorliegt. Die Botschaft der Bank: Ein Teil der Unicredit-Rechnung steht aus Sicht der Commerzbank noch nicht für Aktien, die die Italiener bereits besitzen. Dafür müssten Unicredit oder ihre Partner nach Commerzbank-Schätzung noch sieben bis neun Prozent der Aktien kaufen.

Heißt: Unicredit ist der Commerzbank näher gerückt. Aber ein Teil der gemeldeten Anteile gehört den Italienern bislang nicht endgültig.

Berlin und Frankfurt halten dagegen

Fest steht: Der Druck auf die Commerzbank wächst. Vorstand, Betriebsrat und Bundesregierung lehnen den Vorstoß aus Mailand ab. Der Bund hält selbst noch mehr als 12 Prozent an der Bank. Für Unicredit-Chef Orcel ist die neue Zahl ein Etappensieg. Für die Commerzbank ist sie ein Warnsignal. Und für Anleger bleibt die entscheidende Frage: Wie viel Commerzbank hat Unicredit wirklich?

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