Politik

Bürgerrechtlerin rechnet bei Lanz mit DDR ab: „Hitler war Westdeutscher“

Bürgerrechtlerin rechnet bei Lanz mit DDR ab: „Hitler war Westdeutscher“
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Klare Worte! Bürgerrechtlerin Marianne Birthler (78, Grüne), von 2001 bis 2011 Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, sieht die erschreckenden AfD-Wahlerfolge im Osten auch als Folge davon, dass die DDR ihre Bürger jahrzehntelang indoktriniert hat. Denn, so ihre besorgte Beobachtung: „Es gibt eine Neigung, sich immer als die Benachteiligten zu fühlen. Die im Westen haben doch auch den Krieg verloren, warum geht es denen so viel besser als uns? Das Nachdenken über den Nationalsozialismus war grundverschieden.“

So habe sie selbst einst in der Schule gelernt, dass ihre Vorfahren ausnahmslos Widerstandskämpfer oder Opfer des Nationalsozialismus gewesen seien. Nazis habe es im Osten gar nicht gegeben. „Hitler war Westdeutscher“ – das sei im Grunde die Schlussfolgerung gewesen.

Über die negative Stimmung vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Thüringen sagte die erfahrene Politikerin, sie sei davon „genervt“, denn: „Wenn man sie persönlich fragt, sagen sie: Mir geht’s gut, aber die Gesellschaft, die Politik! Sie finden es gut, dass sie jeden Sommer irgendwohin fahren können in Europa oder noch weiter, aber wenn man nach der Politik fragt, wird zugemacht.“ Dann heiße es: „Das taugt alles nix.“

„Unzufriedenheit ist ‚in‘ in Deutschland“

„Unzufriedenheit scheint irgendwie ‚in‘ zu sein in Deutschland“, kritisiert Birthler, „und in Ostdeutschland ganz besonders.“ Dazu kämen falsche Wahrnehmungen, etwa dass man „nichts mehr sagen“ dürfe. Birthler: „Natürlich dürfen sie alles sagen. Aber dann widerspricht jemand, und sie sagen: ‚Ist ja alles wie in der DDR.‘ Es gibt keine Kultur des Streits. Damals war er nicht üblich, und heute gilt es irgendwie als unanständig.“

„Das klang so wie: ‚Stellt euch nicht so an, jammert nicht rum, hört auf zu heulen‘“, kommentierte Lanz überrascht. Aber, so der Talkmaster: „Ich bin viel in Ostdeutschland unterwegs, und ich treffe da keine Opfer. Im Gegenteil: Da ist ein neues Bewusstsein, ein neuer Nationalstolz Ost entstanden.“

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