Berlin – Ein glückliches Väterpaar und zwei christliche Parteien in Wallung: Unions-Fraktionschef Jens Spahn (46, CDU) und sein Ehemann Daniel Funke (44) haben am Mittwoch bei BILD exklusiv ihr Babyglück öffentlich gemacht: „Mein Mann ist Papa geworden, und ich mit ihm.“ Eine Leihmutter in Amerika habe es zur Welt gebracht. In CDU und CSU hat diese Nachricht eine heftige politische Grundsatzdebatte ausgelöst. Denn Leihmutterschaft ist in Deutschland verboten – und bei den christlichen Schwesterparteien CDU und CSU ein ethisch hochsensibles Thema!
Spahn selbst hatte als Gesundheitsminister noch 2020 die Aufhebung des Leihmutterschaftsverbots (Embryonenschutzgesetz) abgelehnt. Und: Noch im Februar dieses Jahres hatte der CDU-Bundesparteitag auf Antrag der Frauen-Union (Antrag 006) beschlossen, „Leihmutterschaft – auch in altruistischen Modellen – in Deutschland weiterhin zu verbieten, um Missbrauch, Ausbeutung und gesundheitliche Risiken zu verhindern.“ Mit dabei auf dem Parteitag: Jens Spahn, Fraktionschef im Bundestag.
Was Unions-Granden nach BILD-Informationen nun erregt: Ende Februar muss die Leihmutter des Ehepaares Spahn in den USA bereits im 4. Monat schwanger gewesen sein – ohne, dass die Parteispitze davon erfuhr. Und ohne, dass Spahn sich für die Legalisierung von Leihmutterschaft in Deutschland eingesetzt hätte.
Kanzler wusste seit Freitag Bescheid
Entsprechend die Laune in Berlin – und bei der CSU in München, wo in der Landtagsfraktion nach Angaben von Mitgliedern blankes Entsetzen herrsche. Spahns Boss, CDU-Chef und Kanzler Friedrich Merz (70), erklärte am Donnerstag öffentlich auf einer Pressekonferenz: „Ich bin bereits am letzten Freitag von Jens Spahn darüber informiert worden, dass er und sein Mann Eltern werden. Ich habe ihm dazu gratuliert.“ Also Monate nach dem Parteitagsbeschluss.
Union in Aufruhr – Spahn setzt auf sein Glück
Andere Hochkaräter in der Union haben es noch später erfahren – teils nach eigenen Angaben erst 30 Minuten vor Veröffentlichung der Baby-Nachricht bei BILD. Die Reaktionen: Baby-Freude und Polit-Panik! Denn viele Spahn-Kollegen bei den Konservativen fürchten nun ein Glaubwürdigkeitsproblem: politisch gegen, privat aber für Leihmutterschaften.
Nach BILD-Informationen machte Spahn gegenüber Vertrauten und Kollegen klar: Er wisse um das politische Risiko, die Brisanz des Themas für die Union. Doch sein persönliches Glück sei ihm jetzt wichtiger.