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Stauffenberg-Enkel kritisiert Kabarettisten nach AfD-Auftritt scharf

Stauffenberg-Enkel kritisiert Kabarettisten nach AfD-Auftritt scharf
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Bad Königshofen / Dessau – Heftiges Gegenfeuer für Kabarettist Uwe Steimle (63) und die AfD! Der Enkel des Hitler-Attentäters Claus Schenk Graf von Stauffenberg (wurde 1944 im Alter von 36 Jahren hingerichtet) reagiert fassungslos auf den Vergleich mit seinem Großvater. Karl Graf Stauffenberg (55) ist stinksauer, keilt massiv gegen die Rechtspopulisten. Sein Vorwurf: Das Erbe seines Großvaters werde besudelt.

Stein des Anstoßes ist eine Äußerung von Steimle bei einer AfD-Veranstaltung in Dessau (Sachsen-Anhalt). Dort sagte er über Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU): „Wo ist eigentlich Stauffenberg, wenn man ihn mal wirklich braucht?“ Gemeint war Claus Schenk Graf von Stauffenberg, der am 20. Juli 1944 mit einem Bombenattentat in der Wolfsschanze versuchte, Adolf Hitler zu töten und die NS-Diktatur zu stürzen. Das misslang. Stauffenberg wurde noch in der Nacht im Berliner Bendlerblock erschossen.

AfD-Bundeschef Tino Chrupalla (51) und Sachsen-Anhalts AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund (35) saßen während Steimles Äußerung mit auf dem Podium. Gegen den Kabarettisten ermittelt inzwischen die Staatsanwaltschaft wegen Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten (Paragraf 126 des Strafgesetzbuches).

Empörung über Gleichsetzung mit Hitler

Karl Graf von Stauffenberg sagt zu BILD: „Ich bin sprachlos. Das ist Geschichtsklitterung par excellence. Mein Großvater hat versucht, Recht, Ordnung und Freiheit wiederherzustellen. Mein Großvater wird in den Schmutz gezogen – es ist ganz grauenhaft.“ Besonders empört ihn der historische Vergleich: „Man kann von Herrn Merz halten, was man will. Aber ihn mit Adolf Hitler gleichzusetzen, ist ganz schlimm.“ Für den Stauffenberg-Enkel ist klar: „Wir reden von einer menschenverachtenden Diktatur, die Menschen umgebracht hat. Geht gar nicht! Eine Verharmlosung des Dritten Reichs.“

Stauffenberg-Enkel: AfD nicht für Regierungsämter geeignet

Scharfe Kritik übt der Stauffenberg-Enkel auch an Chrupalla und Siegmund. Sie hätten Steimles Äußerung unwidersprochen stehen lassen. „Damit disqualifizieren sie sich für Regierungsämter. Man darf auch nicht zulassen, dass sie es jemals werden. Es fehlt einfach die geistige Reife.“

Hinrichtungsfantasien gegen Merkel

Steimle sorgte bei seinem Auftritt auch mit Aussagen über Ex-Kanzlerin Angela Merkel (71) für Empörung. „Im Moment hängt sie erst mal“, sagte er. Was er damit meint: Im Bode-Museum in Berlin wird aktuell ein Porträt von Merkel ausgestellt; es hängt dort an einer Wand. Steimle weiter über Merkel: „Wenn der Nagel bricht, dann stellen wir sie an die Wand.“ Das ist Nazi-Jargon und spielt darauf an, die Altkanzlerin durch Erschießen hinzurichten – so wie damals Claus Schenk Graf von Stauffenberg. Auch wegen dieser Aussage ermittelt die Staatsanwaltschaft.

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